Aus- und Weiterbildungszentrum Baden-Württemberg bei Stuttgart

Aus- und Weiterbildungszentrum Baden-Württemberg bei Stuttgart

Das Aus- und Weiterbildungszentrum Baden-Württemberg bietet Ausbildungen, Weiterbildungen und Fortbildungen in Form von Seminaren, Workshops und Seminarreisen für Therapeuten an. Unser Angebot richtet sich an Ärzte, Heilpraktiker, Heikpraktikeranwärter, Physiotherapeuten, andere Heilberufe, sowie Coaches, Lebensberater oder auch an Quereinsteiger, die einen Heilberuf erlernen wollen.

Seit Jahren organisiert das Team des AWZ-BWs erfolgreich Seminare mit namhaften Dozenten. Dabei legen wir viel Wert auf qualifizierten Lerninhalt, aber ebenso wichtig ist uns eine entspannte und familiäre Atmosphäre in den einzelnen Gruppen.

Ausbildung und Fortbildung für Ärzte und Heilpraktiker

Ausbildung und Fortbildung für Ärzte und Heilpraktiker

Sie sind Arzt, Heilpraktiker Physiotherapeut, Coach oder haben einen alternativmedizinischen Heilberuf in Stuttgart, Pforzheim, Karlsruhe, Heilbronn, Ludwigsburg, Leonberg, Böblingen oder Tübingen? Dann haben Sie Glück, denn es ist nur ein Katzensprung zu unseren Veranstaltungen.

Kommen Sie aus Würzburg, Frankfurt, Heidelberg, Ulm oder sogar aus Hamburg, Berlin, Köln, aus der Schweiz oder aus Österreich? Dann haben Sie zwar eine etwas weitere Anreise, aber wir versichern Ihnen: die lohnt sich!

Zertifizierung/Anerkennung unserer Kurse bei Verbänden

Zertifizierung/Anerkennung unserer Kurse bei Verbänden

Das AWZ-BW ist eine vom FVDH und vom VDH zertifizierte Ausbidlungsstätte und entspricht den Richtlinien des DDH.

Als Kooperationspartner des SBO (Schweizerische Berufsorganisation für Traditionelle Chinesische Medizin) bieten wir Mitgliedern (gegen Vorlage des Mitglieder-ausweises) einen Rabatt von 10% auf den jeweils angegebenen Kurspreis. SBO zertifizierte Ausbildungen und Weiterbildungen sind entprechend gekennzeichnet. Die Fortbildungspunkte erhalten Sie dann durch Einreichen der Teilnahmebescheinigung bei der SBO.

Die angebotenen TCM-Ausbildungs-und Fortbildungskurse werden von der AGTCM im Rahmen des Fortbilduns- creditierungssystems anerkannt und Mitglieder können Credits dafür beantragen. Es muss lediglich die Teilnahmebescheinigung z.B. über eine Ohrakupunktur-Ausbildung bei der AGTCM eingereicht werden.

Es gibt Fortbildungen, die durch den BDH (Bund Deutscher Heilpraktiker) zertifiziert sind - wie z. B. eine Ausbildung zum TCM-Ernährungsberater (Chinesische Diätetik). Auch hier genügt es für die Gutschrift auf dem Mitgliedskonto die Teilnahmebescheinigung beim Verband einzureichen.

TCM Ausbildung

TCM Ausbildung

Ein Schwerpunkt des AWZ-BWs ist die Ausbildung und Fortbildung im Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dazu gehören z.B. die Akupunktur Ausbildung mit Claudia Kuhly, die insgesamt 220 h umfasst oder auch Akupunktur Fortbildungen wie Master Tung's Akupunktur mit Prof. Dr. Hans-Georg Ross, der ein Spezialist in diesem Gebiet ist, Weiterbildungen zum Thema TCM Ernährung mit Helmut Magel, und Ausbildungen in Chinesischer Kräuter-therapie, sind ebenso Teil des Programms.

Natürlich gehören zu einer guten TCM Ausbildung auch Grundlagenkurse wie die Einführung in die Chinesische Medizin, sowie die Grundlagen der Pulsdiagnose mit Prof. Dr. Gunter Neeb und die zur TCM-Diagnosestellung unentbehrliche Zungendiagnose mit Barbara Kirschbaum.

Ebenso bieten wir eine Ohrakupunktur Ausbildung (nach Miachel Noack) mit Carmelo Smortaan.

Homöopathie Ausbildung

Homöopathie Ausbildung

Die Kompaktausbildung in Homöopathie richtet sich an Heilpraktiker oder Heilpraktikeranwärter, die diese Heilkunst erlernen wollen. Aber auch Therapeuten die bereits mit der Homöopathie vertraut sind profitieren von den Weiterbildungen wie Homöopathie in der Praxis mit Iris Kräuter.

HP Psychotherapie

HP Psychotherapie

Ulrike Weigert unterrichtet seit vielen Jahren angehende Heilpraktiker-/innen für Psychotherapie. Dabei vermittelt sie viel fundiertes Basiswissen mit immer aktuellen Skripten. Die Quote der Schüler-/innen, die ihre schriftliche und mündliche Prüfung auf Anhieb bestehen ist bei ihr außerordentlich hoch (meistens sogar 100 %).

Unter anderem werden folgende Lerninhalte vermittelt: Psychopathologie, Affektive Störungen, Schizophrenie, schizo- type und wahnhafte Störungen, Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen, Neurotische Belastungs- und somatoforme Störungen, Psychische Störungen durch psychotrope Substanzen, Kinder- und Jugendpsychiatrie, organisch begründbare psychische Störungen, somatoforme Störungen und Psychosomatik, Krisen- intervention und psychiatrische Notfälle, Gesetzeskunde, Psychotherapie und psychotherapeutische Verfahren, Ess- Schlaf- und sexuelle Störungen, Psychopharmakologie.

Aktuelle Themen

Aktuelle Themen

Zusätzlich bietet das AWZ-BW immer Seminare und Weiterbildungen aus ganz verschiedenen Bereichen an, wie: Infusionstherapie, Faltenunterspritzung (Mesotherapie), Praxisgründung, Abrechnung, Matrix-Healing, Grundlagen Systemischer Arbeit und mehr.

Richtlinienänderungen bei der Bildungsprämie

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Richtlinienänderungen bei der Bildungsprämie

Im Januar 2017 gab es ja bereits einen Blogbeitrag zum Thema Bildungsprämie. Dort kann man alles wichtige zur Förderberechtigung und Durchführung nachlesen.

Es lohnt sich immer zu überprüfen, ob man förderungsfähig ist. Zur Erinnerung:

Wer kann die Förderung erhalten?
Jeder, der das 25. Lebensjahr vollendet hat, min. 15 Stunden pro Woche arbeitet (in Anstellung, Selbständigkeit, im Mutterschutz, Elternzeit oder Pflegezeit) und dessen zu versteuerndes Einkommen* max. 20.000 Euro (bzw. bei gemeinsam veranlagten 40.000 €) beträgt.
*Das zu versteuernde Einkommen wird individuell vom Finanzamt berechnet und ist geringer als das jährliche Bruttoeinkommen. Selbst mit einem Bruttojahreseinkommen von ca. 60.000 Euro könnten Sie je nach persönlichen Lebensumständen prämienberechtigt sein.

 

Zum 1. Juli 2017 treten nun folgende Änderungen in Kraft:

Gutscheinausgabe bis 2020
Die Ausgabe von Prämiengutscheinen ist bis einschließlich 31. Dezember 2020 möglich.
Weiterbildungsanbieter können bis spätestens 31. Dezember 2021 Prämiengutscheine aus der 3. Förderphase beim Bundesverwaltungsamt abrechnen.

 

Maßnahmenbezogene Änderungen

Aufhebung der 1.000-Euro-Grenze in Bundesländern ohne anschließendes Landesprogramm
In fast allen Bundesländern wird die sogenannte 1.000-Euro-Grenze aufgehoben. Prämiengutscheine können dort ab Inkrafttreten der geänderten Fassung der Richtlinie auch für Weiterbildungen mit Veranstaltungsgebühren über 1.000 Euro eingesetzt werden. Die Höhe der Förderung beträgt weiterhin 50 Prozent der Veranstaltungsgebühren, maximal jedoch 500 Euro.
In den Ländern Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein bestehen Landesprogramme, die unmittelbar an die Bildungsprämie anschließen. Hier bleibt die bisherige Abgrenzung zwischen Bund und Land anhand der 1.000-Euro-Grenze bestehen. Die Veranstaltungsgebühren von Weiterbildungen, die örtlich in diesen Ländern durchgeführt werden,  
dürfen wie bisher nicht höher als 1.000 Euro (inkl. MwSt.) liegen, um den Prämiengutschein abrechnen zu können.
Unbedingt ist zu beachten: Entscheidend für die ESF-Förderung ist der Durchführungsort der Weiterbildung, nicht der Wohnort des Begünstigten oder der Sitz des Weiterbildungsanbieters. Ausnahme: Bei Fernunterricht gilt der Sitz des Anbieters als Durchführungsort.

Nutzung eines Prämiengutscheins für mehrere Kurse
Die Zusammenfassung mehrerer Maßnahmen unter einem inhaltlichen Weiterbildungsziel (Kursbündel) wird zukünftig wie eine Weiterbildung behandelt. Das heißt, es muss nur noch die erste der Maßnahmen innerhalb der Gültigkeitsdauer des Prämiengutscheins beginnen.
Weiterhin gilt: Wenn mehrere Maßnahmen gebündelt werden, müssen alle frei zugänglich sein und zum Weiterbildungsziel passen. Die Summe der Veranstaltungsgebühren für die verschiedenen Weiterbildungsmaßnahmen des Kursbündels darf in den Bundesländern Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein die Grenze von 1.000 Euro (inkl. MwSt.) nicht überschreiten.

Pflichtfortbildungen
Pflichtfortbildungen sind Weiterbildungen, die einer regelmäßigen, nachweislichen Fortbildungsverpflichtung dienen. Für diese kann zukünftig ein Prämiengutschein eingesetzt werden, sofern keine gesetzliche oder durch Rechtsverordnung festgelegte Finanzierungspflicht des Arbeitsgebers besteht. Weiterbildungen im Ausland sind generell nicht mehr förderfähig.

Personenbezogene Änderungen

Aufhebung der 25-Jahre-Altersgrenze
Auch Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können zukünftig einen Prämiengutschein erhalten. Persönliche Voraussetzungen sind nur noch der Umfang der Erwerbstätigkeit sowie die Höhe des zu versteuernden Einkommens.
Jährliche Gutscheinausgabe
Weiterbildungsinteressierte können pro Kalenderjahr einen Prämiengutschein erhalten.

Öffnung für Altersrentnerinnen und –rentner sowie Pensionärinnen und Pensionäre
Anlässlich des ab dem 1. Juli 2017 in Kraft tretenden Flexirentengesetzes (Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation im Erwerbsleben) können auch Rentnerinnen und Rentner bzw. Pensionärinnen und Pensionäre einen Prämiengutschein erhalten, sofern sie mindestens 15 Stunden wöchentlich erwerbstätig sind und die Einkommensgrenzen einhalten.

Übergangsregelung
Bei Inkrafttreten der geänderten Richtlinie werden noch zuvor ausgestellte Prämiengutscheine im Umlauf sein. Hier gilt: Prämiengutscheine, die vor dem 1.Juli 2017 ausgestellt wurden, können weiterhin beim Weiterbildungsanbieter eingelöst und abgerechnet werden. Für sie gelten dann ebenfalls die neuen Förderkonditionen.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die angesichts der neuen Förderbedingungen ihr Weiterbildungsziel wechseln möchten, können einen alten Prämiengutschein (im Original) innerhalb seiner Gültigkeitsdauer in einer Beratungsstelle zurückzugeben und einen neuen Gutschein erhalten.

Ohrakupunktur - Ein Konzept zur individuellen Schmerzbehandlung über das Ohr

Dieser Beitrag wurde einst von Michael Noack verfasst.
Wir freuen uns, dass Carmelo Smorta, langjähriger Schüler und Mit-Dozent von Michael Noack die Ohrakupunktur-Ausbildung in seinem Sinne weiterführt. 

Zur Ohrakupunktur-Ausbildung hier klicken

Schmerz aus naturheilkundlicher Sicht

Aus chinesischer aber auch generell heutiger, naturheilkundlicher Sicht, stellt sich Schmerz als ein Mangel an fließender Energie dar. Der Ort, auf den Schmerz im Körper hinweist, ist eine Stelle des Körpers, an der aus vielfältigen, aber immer vorhandenen Gründen, nichts oder wenig fließt. Einerseits, weil an diese Stelle zu wenig Energie gelangt (Energiemangel) oder andererseits, weil auf Grund eines akuten Geschehens zu viel Energie zur Verfügung gestellt wird und so ein Stau entsteht. Der Organismus signalisiert diese Störung als Schmerz. Dabei ist der Schmerz natürlich das Ergebnis einer Kette von Reaktionen des Organismus, in die das Nervensystem und das Hirn zwingend am Ende des Prozesses involviert sind. Schmerz ist die komplexe Sinneswahrnehmung am Ende eines Prozesses, ist ein Symptom. Eine Reaktionsebene Herd-Nerven-Hirn ist nur der Weg der Sinneswahrnehmung Schmerz und nicht deren Ursache. Die Annahme, man könne Schmerz heilen, wenn man dessen Verbreitung unterbindet, ist ein Fehler, denn Heilung muss an der Ursache  ansetzen.
Schmerz bildet sich am Ort des Geschehens und gleichzeitig als Reflexpunkt auf den unterschiedlichen Reflexzonen ab. Dieses Phänomen versetzt uns in die Lage, Schmerz auf Grund seiner Lage im Reflexfeld einem Ort im Organismus zuzuordnen. Gleichzeitig können wir, indem wir den Reflexpunkt behandeln, regulierend auf den Herd einwirken. Regulieren bedeutet, etwas energetisch zum Fließen bringen. Der Schmerz verschwindet, wenn ein energetischer Stau aufgelöst oder eine Mangelversorgung reguliert wird. Und das wiederum gelingt nicht, wenn die Ursachen für den Schmerz nicht gleichzeitig Zielstellung der Behandlung sind.

Schmerz ist stark, schwach, ziehend, pochend, brennend, zuckend. Er entsteht plötzlich, ist eine akute Erscheinung oder länger während, ein chronisches Phänomen.

Ursachen für Schmerz sind zum Beispiel:
die lokalisierte strukturelle Läsionen (es hat sich z. B. jemand das Knie gestoßen!) mit der Folge von Prellungs- oder Wundschmerz, die funktionelle Störung, die zu Kopfschmerzen, Gliederschmerzen usw. führt und immer von Stoffwechselproblemen entweder als Ursache oder als Folge begleitet,
oder das emotionale bzw. sozialpsychologische Geschehen mit Auswirkungen auf den Organismus, wie wir das im Zusammenhang mit Rückenschmerzen kennen. Es sind häufig die ungeklärten sozialen Probleme, die sich als Rückenschmerz manifestieren.

Behandlungsstrategien
Wenn zwei über Ohrakupunktur sprechen, ist es nicht sicher, dass sie das Gleiche meinen. Man sollte genau hinschauen, mit welchem Konzept einer über das Ohr zu heilen sucht. Da gibt es gravierende Unterschiede, die sich nicht – wie man denken mag – aus den in Europa, China oder Russland entstandenen „Schulen“ der Ohrakupunktur begründen lassen. Die wirklichen Unterschiede in der Ohrakupunktur resultieren aus den Auffassungen über das Heilen von Krankheit.  

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Abb. Die Ohrsomatotopie

Alle wesentlichen Ereignisse, die gegenwärtige Krankheit des betroffenen Patienten, die zu einem akuten Symptom führt, bildet sich im Ohr nach einer logischen Systematik ab.
Um die wesentlichen Zusammenhänge einer Krankheitssituation herauszufinden, bedarf es einer Strategie, die es uns ermöglicht, aus der Vielzahl der Projektionen, die Abbildungen zu selektieren, die einen auf die Krankheit (oder das Symptom) bezogenen Kausalzusammenhang bilden. Diesen Weg weist uns Nogier.  Bereits in seinen ersten Veröffentlichungen hatte er darauf hingewiesen, dass sich im Krankheitsfall die kausalen Zusammenhänge dieser Störung auf einer Energielinie im Ohr abbilden.

Von besonderer Bewandtnis, so fand er heraus, waren solche Linien, auch „Behandlungslinien“ genannt, wenn sie durch den 0-Punkt über das gesamte Ohr verliefen und ihren Endpunkt auf dem Rand des Ohres, der Helixkrempe, fanden. Alle sich auf einer solchen Linie befindlichen akuten, auffindbaren Punkte bildeten einen Kausalzusammenhang, der ein festgestelltes Krankheitsgeschehen erklärt und gleichzeitig ein logisches Behandlungsschema. Daher kann man im Wesentlichen behaupten:

Krankheit bildet sich im Ohr linear ab!

Eine solche lineare Abbildung zeigt Störungen in den unterschiedlichen Organebenen, den inneren Organen (Organe der entodermalen Keimblattebene), der Ebene von Gewebe, Haut, Muskeln, Knochen usw. (Organe der mesodermalen Keimblattebene)  und dem Nervensystem (Organe der ektodermalen Keimblattebene) in einem über die Wirbelsäule verlaufenden Segment. Die lineare Zuordnung ist Indiz für die Kausalität dieser Störungen in einem Krankheitsprozess.
Krankheit bildet sich geometrisch ab!
Zusätzliche Aussagen liefern Ohrrandpunkte (auf der Helixkrempe, am Rand des Lobulus oder am Rand des Tragus), wenn sie am Ende einer Linie liegen, die einen Winkel von 30 Grad (oder 60 bzw. 90 Grad) zur ursprünglichen Behandlungslinie bildet. Diese Punkte haben nicht nur einen generellen Bezug zur Erkrankung, sie können verstärkend in die Behandlung einbezogen werden.

Fassen wir zusammen:

  • Vor jeder Pathologie ( egal ob Schmerz, Hautkrankheiten oder Haarausfall) liegt ein Prozess.. Die Symptome sind nicht die Krankheit. Sie können nur geheilt werden, wenn der Prozess reguliert wird.
  • Ein solcher Prozess bildet sich immer in seiner gesamten Komplexität auf der Ohrmuschel ab. Die erregten Areale oder Punkte geben nach einer bestimmten Systematik ausgewählt die Kausalität einer Störung wider.
  • Jeder sich im Ohr abbildende Punkte ist für sich genommen eine rein organotrope Erscheinung. Auf einen prozessualen Zusammenhang dieser Punkte kann nur geschlossen werden, wenn gestörte Punkte sich nach einer bestimmten Strategie einander zuordnen lassen. Erst eine erkennbare Systematik, d.h., die lineare Zuordnung auf einer durch den 0-Punkt laufenden Linie (Behandlungsstrahl) ist Indiz für die Kausalität dieser Störungen in einem Krankheitsprozess.
  • Ergänzende Aussagen ergeben sich geometrisch aus zusätzlichen Linien, den Korrespondenzstrahlen. Am Schnittpunkt solcher Linien mit dem Ohrrand lassen sich  Korrespondenzpunkte finden, die weitere Zusammenhänge oder Krankheitsverläufe beschreiben.

Das ist der Weg aus dem Chaos!

Dieses Konzept ermöglicht es uns, aus all den im Ohr auffindbaren Ohrpunkten jene wichtigen herauszufinden, welche erkennbar einen auf die Krankheit bezogenen Kausalzusammenhang bilden. Dies ist letztlich die Ursache für die weitreichenden therapeutischen Möglichkeiten, die sich durch die Ohrakupunktur erschließen.   
Die einzelnen Schritte, mit der wir ins Ohr gehen, sind genau definiert:

1. Schritt: Visuelle Diagnostik des Ohrs.
2. Schritt: Auffinden und anschließend Behandeln des Behandlungsstrahl
3. Schritt: Kreislauf regulieren
4. Schritt: Korrespondenzlinien bilden und die Korrespondenzpunkte behandeln
5. Schritt: Behandlung der Organpunkte, die durch das bisherige konzeptionelle Vorgehen
               (Behandlungsstrahl/ Korrespondenzpunkte) noch nicht erreicht wurden, aber in die
               Behandlung einbezogen werden sollen.

Das ist das Prinzip! Zunächst wirke ich auf die zu einer Symptomatik führende Kausalkette ein (Behandlungsstrahl, Korrespondenzpunkte) und sofern ich die Symptomatik damit noch nicht ausreichend regulieren konnte, gehe ich ergänzend organotrop dorthin, wo sich das akute Geschehen abbildet.

Die Behandlung von Schmerz über das Ohr
Tatsächlich können wir über das Ohr alle Schmerzen, welcher Art sie auch sind, beeinflussen, lindern und häufig ganz ausschalten. Das reicht vom traumatischen Schmerz, z. B. nach Unfällen, über Neuralgien, wie Kopfschmerzen jeder Form und Genese über Ischias, Phantomschmerz, Schmerzen bei rheumatischen Anfällen, Schmerzen bei Durchblutungsstörungen bis zum Herpes-Zoster-Schmerz.  Das Besondere der Schmerzbehandlung über das Ohr ist die Unmittelbarkeit der Wirkung des hier ausgeübten Reizes und als Ergebnis einer komplexen Behandlungsstrategie die erstaunliche Wirksamkeit. Es ist von besonderer Bedeutung, dass der Therapeut die Wirkungen der Akupunktur sofort kontrollieren kann.

Wir sollten aber wissen:
Bei Patienten, die unter der Wirkung starker Analgetika oder Neuroleptika stehen, verstärkt bzw. verändert die Ohrakupunktur die Wirkungen der pharmazeutischen Arzneien.

Chronischer Schmerz:
Immer wieder trifft man auf den Begriff „Chronischer Schmerz“. Was ist das? Wie kommt es, dass Schmerzen chronisch werden? Wird Schmerz chronisch, weil er als akute Situation nicht bemerkt wurde? Ab wann ist ein Schmerz chronisch?
Alle Symptome, die ohne reguliert zu werden, im Körper über längere Zeit existieren und dabei ungefährlich für das System scheinen, werden vom Organismus als systemimmanent anerkannt. Der Körper akzeptiert den entstandenen Zustand und reguliert nun nicht mehr. Ja, er verteidigt das Problem jetzt gegen jeden Versuch es zu lösen.
Und zu irgendeinem Zeitpunkt, gibt es für einen Schmerz keine Erklärung mehr, weil wir die Ursachen vergessen haben. Wir haben das ursprüngliche Trauma, den Unfall, die Schutzimpfung, die psychische Belastung, vergessen. Aber es bleibt ein Zusammenhang zwischen  Ursache und Wirkung, auch wenn der lange zurück liegt. Und natürlich gibt es Lösungen nur, wenn sie sich auf diesen Zusammenhang beziehen.

In der Ohrakupunktur behandeln wir chronischen Schmerz immer als einen Prozess und daher komplex im Rahmen einer festgelegten Strategie.  Wir finden einen Behandlungsstrahl, der den Blick auf Ursachen eines Prozesses ermöglicht und dann weiter auf Zusammenhänge und den Schmerz direkt ein. Es muss klar sein, dass der Behandlungsstrahl, der einen Krankheitszusammenhang abbildet, nicht direkt auf die Abbildung des Schmerzes im Ohr führen muss.  Es ist selten, das sich Prozess und Symptom auf eine Linie abbilden.

Akute Schmerzen:
Akute Schmerzen deren Ursachen erkennbar und zeitlich in einem unmittelbaren Zusammenhang zum Geschehen stehen, behandeln wir „locus dolendi“, d.h. wir gehen ausschließlich auf die Schmerzabbildungen ein. Tatsächlich ist die Systematisierung „akut“ oder „chronisch“ nicht eindeutig. Es gibt eine Reihe akut auftretender Schmerzzustände, wie zum Beispiel Ischias oder Hexenschuss, deren spontanes Auftreten an einen akuten Zustand gemahnt, deren Ursachen aber auf eine vorhandene Disposition zurückzuführen sind. Diese Disposition ist ein chronischer Prozess und es versteht sich von selbst, dass man in solchen Fällen den akuten Schmerz und die Disposition behandeln muss. Es kann zunächst durchaus angezeigt sein, aber nur, wenn das ausreicht, nur „auf den Schmerz“ zu gehen. Bei der folgenden Behandlung aber sollte man die komplexe Strategie anwenden, um das Geschehen insgesamt in den Griff zu bekommen.   

Behandlungsbeispiele
Die Fallbeispiele können nur beispielhaft aufzeigen, wie eine Entscheidung über die Strategie einer Heilbehandlung zustande kommt. Die Abbildungen dazu zeigen immer eine Ausgangssituation. Wir können davon ausgehen, dass sich der Krankheitsprozess unter der Akupunktur verändert hat und das sich dessen Abbild bei der nächsten Behandlung verändert hat. Immer treffen wir auf einen neuen Zustand und „bauen“ darauf mit der nächsten Behandlung auf!

Interkostalneuralgie
Bei einer Interkostalneuralgie treten Nervenschmerzen im Bereich der Zwischenrippennerven im Brust- oder Rückenbereich auf und werden durch Husten oder Pressen verstärkt. Sie werden als Punktschmerz empfunden oder verbreiten sich bandartig. In der Regel handelt es sich um anhaltende Schmerzen, die sich anfallartig verstärken können und von den Betroffenen als messerscharf und zermürbend beschrieben werden. Bei starken Anfällen treten häufig Todesangst und Atembeschwerden auf.
Die Schulmedizin setzt Schmerzmittel, Rheumamittel oder Mittel zur Muskelentspannung ein. Bei extremen Schmerzen können auch zentral wirkende Schmerzmittel (Opioide) verabreicht werden.  Häufigste Intervention ist die Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden Betäubungsmittel in Form von örtlichen und zeitlich begrenzten Betäubungen oder Nervenblockaden.

Fallbeispiel:
Der Patient, ein älterer Herr, beschreibt starke Akutschmerzen im Zwischenrippenbereich Th. 4 - 5 auf der linken Seite.
Er ist etwas übergewichtig und massiv gebaut. Von Beruf war er (vor seiner Pensionierung) Bauarbeiter und arbeitet auch gelegentlich noch in diesem Gewerbe. Er trinkt regelmäßig, d.h. täglich, „sein“ Bier. Er hat Rückenschmerzen bei Belastungen, d.h., wenn er Schweres hebt.
Er möchte keine komplexe Behandlung. Der Schmerz in der Brust soll weg und basta.

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Abb.: Interkostalneuralgie

Die Behandlung erfolgt entsprechend der Symptomatik nur einseitig links und reduziert sich auf Behandlungsstrahl, Polster (Kreislauf stabilisieren) und ergänzend Thalamus (Schmerz) und Hüfte (zur Entspannung).  Korrespondenzpunkte wie Omega II (nach oben 30°) und Trigeminus (nach unten 60°) wurden, obwohl vorhanden, nicht behandelt, ergänzten aber das nervös gereizte Bild dieser Störung. Der Schmerz war nach der ersten Behandlung sofort weg und kam auch nicht wieder.

Kopfschmerzen:
Der heutigen Medizin sind über 220 verschiedene Arten von Kopfschmerzen bekannt.
Kopfschmerzen beruhen auf der Reizung von schmerzempfindlichen Kopforganen, wie Schädel, Hirnhäute, Blutgefäße im Gehirn, Hirnnerven oder oberste Spinalnerven. Die eigentliche Gehirnsubstanz  ist nicht schmerzempfindlich.
Kopfschmerzen gehören neben Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Etwa vier bis fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leidet unter täglichen und ca. 70 Prozent leiden unter anfallsweisen oder chronischen Kopfschmerzen. Davon entfallen über 90 Prozent der Kopfschmerzerkrankungen auf  Migräne und Spannungskopfschmerzen. Zu den primären Kopfschmerzen gehört auch der Cluster-Kopfschmerz und wie immer auch Kopfschmerzen auf Grund von Medikamentenabusus.
Die vier gebräuchlichsten Wirkstoffe gegen Kopfschmerzen sind übrigens Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen sowie Propyphenazon.

Auch mir stellt sich natürlich die Frage „Warum sind Kopforgane dergestalt gereizt?“
Hirnhäute, Hirnnerven usw. reagieren auf den energetischen Status eines Patienten. Sie reagieren auf energetische Über- oder Unterversorgung. Das diese Reaktionen von Strukturveränderungen begleitet sind, ist doch klar. Mindestens 60% der Kopfschmerzen entstehen meiner Erfahrung nach aus  Energiemangel. Und Stirn- und Schläfenkopfschmerzen sind im Ursprung auf Nierenstoffwechsel und Hinterkopfschmerzen eher auf Leberstoffwechselprobleme zurückzuführen Hier muss Heilung ansetzen.

Wo finden  wir die Kopfschmerzen im oder auf dem Ohr?

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Abb. :Gehirn

Alle Organe des Kopfes, Gesicht und Hirn bilden sich auf der Vorderseite des Lobulus, auf und hinter dem Antitragus sowie im Bereich der Incisura intertragica ab. Hier „findet eine Menge statt“ und die Ohrsomatotopie für diesen Teil kann angesichts der Fülle von notwendigen Informationen etwas unübersichtlich erscheinen. Wer sich zunächst grob orientiert, was auf dem Lobulus vom Kopf oben, unten, vorn und hinten ist, hat sich schnell zurechtgefunden.

Fallbeispiel:
Die Patientin hat ständig latente Kopfschmerzen im Stirnbereich und zusätzlich spontane Kopfschmerzattacken etwa einmal wöchentlich. Die Probleme beginnen immer morgens, d. h. sie wacht mit den Kopfschmerzen auf. Die werden dann gegen Mittag stärker und klingen nachmittags ab. Die Schmerzen breiten sich vom Hinterkopf aus über den ganzen Schädel und manifestieren sich schließlich an der Stirn. Zusätzlich hat sie in solchen Phasen einen Schwindel, der sie beim Stehen nach Halt suchen lässt. Sie ist ängstlich und lässt sich nur zögernd auf die Ohrakupunktur ein (Angst vor Nadeln!). Überhaupt kann sie viel Aufhebens nicht ertragen. Sie fühlt sich dann schnell in die Enge getrieben. Die Unterlippe ist leicht angeschwollen und weist eine Blase auf.
Sie hat einen verstärkten Harndrang und unwillkürlichen Harnabgang beim Husten.
Außerdem klagt sie über Ohrgeräusche im linken Ohr. Sie sind nicht ständig, aber regelmäßig und bereits über einen langen Zeitraum vorhanden.

Visuelle Diagnostik
Das fast runde Ohr mit der etwas unruhigen Struktur der Helixkrempe und die starke Ausprägung der Anthelix im Halswirbelbereich lassen auf einen kreativen Geist schließen, der durchaus unruhig und beeinflussbar ist. Das große Magenfeld und der weit gestaltete obere Conchabereich (Verdauung und Ausscheidung) weisen auf vegetative Reaktionen auf äußere Einflüsse. Wall oder Vormauer im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule sind sehr offen. Hier bilden sich endokrine und nervale Steuerungen auf die inneren Organe ab.  Das hat Auswirkungen insbesondere im Sektor der Medulla (HWS bis C 4) und zeigt die Tendenz zu Blockaden und Verkrampfungen u.a. in Bezug auf Atmung und Kreislauf. Der relativ massive Lobulus weist auf Persönlichkeit mit animalischen Grundzügen. Die Stressfalten auf dem Lobulus und der Zone des psychosomatischen Ausgleichs sind weitere Hinweise darauf, dass es sich hier um eine Person handelt, die mit Stress nicht sonderlich umgehen kann.  

 
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Auch physiologische Grenzen sind bereits erkennbar. Zwei venöse Gefäße im linken Ohr (Th 4 und Th 6/ Herzmuskel?) weisen auf eine Disposition zu Stauungen und Enge  im Brustbereich. Im rechten Ohr finden wir ein arterielles Gefäß (akute Störung?) im Bereich der Herzmuskulatur und ein venöses Gefäß  über den Bereich Hüfte. Auch hier zeigt sich eine Tendenz zu Stagnation und Krampf als Reaktion auf äußere Einflüsse.

Das Behandlungskonzept
     

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Gleich die erste Behandlung nimmt den Schmerz, der jedoch nach einigen Tagen wieder erscheint. Die zweite Behandlung nach 14 Tagen erzeugt wieder Schmerzfreiheit, die jetzt länger anhält. Die Ohrgeräusche sind erheblich weniger geworden. Der dennoch wiederkehrende Kopfschmerz ist so reduziert, dass jetzt auf Wunsch der Patientin von einer weiteren Akupunktur abgesehen wird. Sie hatte die Akupunktur nur unter dem ursprünglichen Leidensdruck akzeptieren können. Die weitere Behandlung erfolgte daher homöopathisch.

 (Autor: Michael Noack)

 

Hier gelangen Sie zur Ohrakupunktur-Ausbildung

 

Sehen Sie in diesem Video die Herangehensweise ans Ohr und bekommen Sie einen Einblick, was Sie während der Ausbildung erwartet:

 

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